Bekannte Probleme, mit denen Hersteller von allgemeinen Scantools konfrontiert sind, um mit Fahrzeugen über die genormten Protokolle zu kommunizieren: (1) Falsche physikalische Adress-Zuweisung. Die Norm SAE 2178-1, Tabelle 11, definiert bevorzugte Bereiche physikalischer Adress-Zuweisungen für die verschiedenen Steuergeräte (z.B. $10-17 für Motor, $18-1F für Getriebe) eines Fahrzeugs zur Verwendung in den Header-Bytes aller emissions-relevanten Nachrichten gemäß SAE J1979. ARB hat die Hersteller aber nicht verpflichtet, diese Bereiche einzuhalten. Folglich kann ein Scantool Hersteller - und sollte auch nicht - darauf aufbauend, keine Nachrichten verwerfen, filtern oder bevorzugen, die nur auf dem Hexwert der physikalischen Adresse vom Fahrzeug basieren (z.B. ist die Vermutung, das Steuergerät mit der niedrigsten numerischen Adresse müsse das Motor-Steuergerät sein, falsch usw.). (2) Falsche Header Bytes. Einige Fahrzeuge antworten auf eine Abfrage-Nachricht gemäß J1979 mit unrichtigen Header Bytes. So ist z.B. - abhängig vom Protokoll - ein Abfrage-Nachricht Header "68 (oder 61) 6A Fx" (wie definiert in Bild 1 von J1979). Das Fahrzeug soll mit den Header Bytes "48 (oder 41) 6B addr" antworten. Einige Fahrzeug-Hersteller antworten fälschlicherweise mit "68 (oder 61) 6B addr" und Scantools, die so programmiert sind, daß alle Antworten außer "48 (oder 41) 6B addr" verworfen werden, können nicht in der Lage sein, mit einem oder mehreren Steuergeräten dieses fahrzeugs zu komminizieren. (3) KWP 2000. Das von der ISO 14230-4 definierte und als Keyword Protocol 2000 (KWP 2000) definierte Protokoll erlaubt zwei verschiedene Initialisierungs-Anfragen. Eine hat eine niedrige Baudrate, die identisch zu dem ISO 9141 Aufweck-Prozeß ist, während eine eine schnelle Initialisierung hat, die eine höhere Baudrate verwendet. Einige Scantool Hersteller berichten über große Schwierigkeiten bei der erfolgreichen Verwendung beider Initialisierungsprozesse. Einige KWP 2000 Fahrzeuge können scheinbar nur mit einer Routine und nicht mit beiden, wie in der Norm vorgesehen, aufgeweckt werden. Andere Fahrzeuge haben scheinbar Initialisierungsprobleme abhängig davon, ob zunächst mit der langsamen oder mit der schnellen Methode ein Initialisierungsversuch unternommen wurde. Einmal angesprochen mit der schnellen oder der langsamen Methode wird jeder weitere Versuch mit einer anderen Methode abgelehnt. Scantool Hersteller müssen viel Zeit investieren, um ihre Lösung zum Ansprechen derartiger Fahrzeuge zu herauszufinden und zu validieren. (4) Mode $01 PID $00 Abfrage. Im Allgemeinen beginnt der Kommunikations-Prozeß, wenn das Scantool eines nach dem anderen der OBD-II Protokolle abfragt (J1850 PWM, J1850 VPW, ISO 9141, ISO 14230-4) und eine J1979 Mode $01 PID $00 (oder äquivalente) Initialisierungs-Abfrage sendet. Alle emissions-relevanten Steuergeräte sind veranlaßt zu antworten und die unterstützten PIDs für jedes Steuergerät mitzuteilen. Bei einigen Fahrzeugen können nicht-emissions- relevante Steuergeräte fälschlicherweise auf diese Initialisierung antworten. Normalerweise wachen nicht-emissions-relevante Steuergeräte nur auf eine Anfrage an emissions-relevante Steuergeräte auf und identifizieren sich korrekt, daß sie keine emissions-relevanten PIDs unterstützen. In einigen Fällen wacht sogar ein nicht-emissions-relevantes Steuergerät mit einem anderen Protokoll (z.B. KWP 2000) auf, als das vom emissions- relevanten Steuergerät für OBD-II Zwecke benutzte Protokoll (z.B. ISO 9141). In solchen Fällen muß sich ein Scantool reinitialisieren, nachdem ein Steuergerät mit keinen PIDs fälschlicherweise antwortete, und durch die anderen Protokolle wandern, bis eine richtige Verbindung zu einem emissions- relevanten Steuergerät mit einem anderen Protokoll gefunden wird. (5) Antwort-Zeit. J1979 legt fest, daß alle J1850 Steuergeräte innerhalb von 100 ms auf eine Scantool Anfrage nach J1979 antworten müssen. Scantool Hersteller haben jedoch oftmals Fahrzeuge angetroffen, die dieser Spezifikation nicht strikt entsprechen. Bei Fahrzeugen mit mehreren Steuergeräten antworten nicht alle Steuergeräte innerhalb des 100 ms Zeitfensters. Einige Fahrzeuge sind so konstruiert, daß, sobald ein Steuergerät antwortet, das Zeitfenster zurückgesetzt wird und das zweite Steuergerät wiederum 100 ms nach dem ersten antwortet. Es gibt eine Vielzahl ähnlicher Zeit-Probleme. (6) Unkorrekte PID Unterstützungs-Aussage. Oftmals werden vom Fahrzeug unterstützte PIDs (mit der Mode $01 PID $00 Abfrage) gemeldet, die tatsächlich nicht vorhanden sind. Wird daher eine solche PID abgefragt, antwortet das Fahrzeug nicht. Andererseits werden von Fahrzeugen PIDs unterstützt, die als nicht unterstützt von der Mode $01 PID $00 Abfrage gemeldet werden. Der Scantool Hersteller muß sich über diese Möglichkeit im Klaren sein und muß sein Programm zur Lösung derartiger Probleme anpassen. (7) Mehrere Steuergeräte. Viele Hersteller haben mehrere Steuergeräte, die einige oder alle OBD-II Funktionen unterstützen. Mehrere dieser Steuergeräte mögen auf eine Initialisierungs-Anfrage korrekt antworten. Es gibt jedoch keine vorgeschriebene Reihenfolge, in der die Steuergeräte auf eine J1979 Anfrage vom Scantool antworten sollen. Das Scantool sollte daher keine Prioritäten aus der Reihenfolge der Antworten erwarten (z.B. daß das erste antwortende Steuergerät auf eine Mode $01 PID $01 Abfrage das Motor- Steuergerät ist und das zweite das Getriebe-Steuergerät).